Samstag, 24. Oktober 2009

Und täglich grüßt das Murmeltier...

Bald bin ich sicher ein Murmeltier den was ich derzeit für einen Schlafbedarf habe ist schon nicht mehr normal. Ich denke aber das es am Wetter liegt das ich jeden Tag so müde bin und mehr als fertig heim komme.

Nun zu dem was ich bis heute vom letzten Samstag an gemacht habe.
Am Sonntag(18.Oktober) bin ich Mittags dann nach Harajuku gefahren und habe mich mit Mariko getroffen. Igendwie hatten das außer uns aber noch gefühlte 300000 andere Menschen vor und wir kamen uns in der Takeshita-doori (eine Straße mit ganz vielen Klamottenläden) ziemlich eingequetscht vor. Aber all das wurde noch übertroffen von dem was uns im Forever21 erwarten sollte: Verhältnisse wie in der Rushhour in den Bahnen in einem Klamottenladen! Ich gestehe Angst um mein Leben gehabt zu haben und wollte nur noch da raus. Mariko aber auch und so sind wir dann irgendwie wieder raus.

Die wunderbar überfüllte Takeshita-doori.

Danach wollten wir uns hinsetzen und etwas trinken oder etwas süßes essen aber es war so voll. Die Crepes sahen ja auch gut aus nur das Problem an denen war das wir uns zum essen hinsetzen wollten. Also haben wir uns schließlich für Lotteria (so was Ähnliches wie McDonalds bei uns) entschieden. Mariko hatte einen Muffin und etwas zu trinken und ich habe mich schließlich für den "Zeitaku Maccha Shake" entschieden. Die Muffins sahen ja auch sehr gut aus aber ich kann noch nichts wiederstehen was Maccha, Azuki-Bohnen und Mocchi enthält ;__; (plus ein bisschen Sahne)
Es sah nicht nur gut aus und roch gut sondern es schmeckte auch sehr gut!

Ich denke mal falls ich mal wieder Zeit habe und bei Lotteria vorbeischaue gibt es das wieder mal. (Man war wirklich gut satt danach und ich meine.. ab und zu kann ich mal 350yen für so etwas ausgeben. Ab und zu...)
Danach sind wir nochmal in die Läden da wir uns zuerst alles angeschaut und ein Bild gemacht haben wo es etwas gibt was wir wollen und wo es am billigsten ist. Ich habe mir dann ein paar Pumps für 1000Yen (7,2Euro! Schlagt das mal!) und eine Hose die aussieht wie ein Rock für 1995 Yen (14,45Euro) gekauft. Eigentlich wollte ich ja eine neue Strickjacke aber entweder haben sie mir nicht gefallen oder waren mir zu dünn (oder zu teuer). Ich werde also weiterschauen müssen.

Mit Mariko - auf dem anderen Bild schaue ich einfach noch gruseliger deshalb dieses.

Gegen 6 sind wir dann wieder zurück zum Bahnhof und ich habe von Mariko Äpfel bekommen! Leckere, rote Äpfel die ich fast alle schon gegessen habe und Daiki immer ein wenig davon unterjuble damit der mal Obst ist.
Abends gab es dann gebratene Lachstücke mit Shishito, etwas Rettich, Misosuppe und Reis.

Ich muss gestehen von der Woche irgendwie nicht mehr viele Erinnerungen zu haben. Meistens ist auch nicht viel passiert muss ich gestehen.
So auch am Montag (19. Oktober) an dem ich brav zur Arbeit bin und nichts weiter gemacht habe außer Zeitung gelesen und was eben so angefallen ist. Nachmittags bin ich dann gegen 4 heimgefahren und habe eigentlich nichts mehr so richtig gemacht (oder ich kann mich nicht mehr dran erinnern...)
Abends gab es dann gebratenes Rindfleisch mit Pilzen, Sojasprossen und Knoblauch in einer Sauce aus Sojasauce, Austernsauce und Sake. Wir betieteln es an dieser Stelle mal als das Gericht ohne Namen da es irgendwie keinen hat. Geschmeckt hats trotzdem!

Am Dienstag (20.Oktober) ist auch nicht viel mehr passiert ehrlich gesagt. Abends war ich kurz in Kameari in einem Einkaufszentrum da ich mir einen dünnen Pullover kaufen wollte. Ich habe dabei in einem Laden eine hübsche Bluse und ein passendes Kleid dazu gefunden aber nachdem ich den Preis gesehen hatte isses mir wieder vergangen (die Bluse mal eben4700yen und das Kleid 5700yen...haben Japaner Geldbäume oder so was um sich das leistern zu können??) Ich habe mir dann bei Axes Femme einen hübschen Pullover in Beige gekauft für 1995yen (14,45Euro find ich ist ein guter Preis) Die haben dort wenigstens noch halbwegs menschliche Sachen mit menschlichen Preisen.
Bild aus Onlineshop von axes famme da ich noch keins selbst gemacht habe.

Ich habe mich danach gleich in unsere Kaufhalle begeben als ich in Kitakogane angekommen bin, da Daiki meinte das sein Seminar länger dauert und er wohl erst gegen halb 8 oder so heimkommen würde. Ich kann jetzt sagen das Freitags oder Samstags einkaufen in Deutschland richtig entspannend ist gegen den Krieg den ich da mitgemacht habe. Dienstag ist bei uns der Tag an dem es viele Angebote für 99yen gibt und somit stürmen wohl alle Bewohner der Gegend in die Kaufhalle um sich mit allem was sie brauchen oder auch nicht einzudecken nur weil es dann billig ist. Ich habe einen Brokkoli ergattern können und Eier für einen billigeren Preis als sonst aber ansonsten habe ich nur das gekauft was wir gebraucht haben (okay, die Eier haben wir auch gebraucht). Daiki war als ich von der Schlacht dann heimgekommen bin schon da und wir haben dann Tori Karaage gemacht weil noch alles dazu da war (und es einfach zu gut schmeckt!).

Am Mittwoch (21. Oktober) habe ich bis um 6 gearbeitet.

Mittags bin ich mit Natalie und Freunden von ihr von der Uni (2 Japanerinnen) essen gegangen. Zu meinem Leidwesen gab es wieder in dem selben Lokal wo wir schon mal waren Spagetti. Ich habe mich dann gegen das eine was ich eigentlich essen wollte (Spagetti mit Lachs) entschieden da dort mal wieder Majonese reingepanscht wurde. Japaner lieben Majonese aber warum muss man es entweder an alle möglichen Gemüsegerichte für Bento reinmachen oder zu Fisch oder auf die Pizza oder oder... ich kanns nich so richtig verstehen. In einem Sandwich mit Salat und so ja aber doch nicht zu allen Gemüsesachen (Brokkoli mit Majo... ich will weinen wenn ich das schon les). Ich habe dann wieder meine extrem-japanische Spagettivatiante mit Shiso-Blättern, Furikake, Algen und Umeboshi gegessen. Geschmeckt hats und damit gut.
Abends gab es dann nachdem wir uns nicht so richtig entscheiden konnten was wir essen wollen Shogayaki mit Kohl, etwas Brokkoli (für mich mit Wasabi und Sojasauce), Reis und Misosuppe mit Wakame (Algen) und Tofu drin.

Am Donnerstag (22. Oktober) gab es zum Frühstück Krokke (Die japanische Version der Krokette), Reis und Misosuppe aber da ich so in Eile war musste ich alles schnell in mich reinstopfen und bin dann zur Bahn gerannt um dort erstmal ein flaues Gefühl im Magen zu haben. Ich kann einfach nicht so schnell essen. Wir haben jetzt ausgemacht das Daiki an den Tagen an denen ich frühs Haare waschen muss Frühstück macht weil es sonst mit der Zeit so knapp wird. Auf Arbeit angekommen wurde mir gesagt, dass ich doch bitte an dem Tag nach Ginza und Omotesando fahren soll und dort ein bisschen Feldforschung für ein kommendes Projekt betreiben soll da an dem Tag in Büro ein Workshop stattfinden sollte. Gesagt getan. Ich bin also nach Ginza gefahren (das Luxusviertel Japans schlechthin) und habe mich umgeschaut.


Bahnstation Ginza.

Die Promenade.

Und nochmal die Promenade.

Ich weiß jetzt das chinesische Touristen wohl mehr Geld einbringen als alle anderen dort. Und das Japaner immernoch extrem viel Geld für Delikatessen ausgeben! Baumkuchen für 3500yen die Scheibe ist nicht normal meiner Meinung nach (so gut kann das Zeug gar nicht schmecken). Ich habe auch Roggenbrot gesehen aber nachdem ich den Preis gesehen hatte wollte ich es nicht mehr. Für 4 kleine Scheibchen 350yen ist doch ein bisschen viel des Guten find ich. Ich habe mein Bento (mein mitgebrachtes Mittagessen) ja leider nicht essen können dort in Ginza und habe mich stattdessen eine halbe Stunde in das Le Cafe Doutor Ginza gesetzt weil man dort die große Kreuzung da so schön überblicken kann und ich meinen Füßen eine kleine Pause gönnen wollte. Das Le Cafe Doutor Ginza ist übrigens die Luxus-Schiki-Miki-Ausgabe eines Normalen Doutor-Ladens (Doutor ist so was wie Coffee Culture oder Starbucks in Deutschland). Die Preise sind dementsprechend auch heftig gewesen. Ich habe für einen Kaffee mal eben 380yen hingeblättert obwohl in einem normalen Doutor ein mittlerer Kaffee nur 250yen kostet. Geschmeckt hat er und ich hab kostenlos Wasser dazu bekommen und hatte eine schönen Ausblick also ist es okay.


Ausblick aus dem Le Cafe Doutor.

Und nochmal der Ausblick - diesmal mit den Menschenmassen in Bewegung.

Kurz vor 2 bin ich dann nach Omotesando (eine Straße voller Luxusläden - vergleichbar mit dem Kudamm in Berlin würd ich sagen) gefahren und habe mich dort umgeschaut.

Die Omotesando. Schön grün, oder?


Das ist doch schon ein halber Palast, oder?

Um halb 4 habe ich aber schluss gemacht da ich Donnerstags nur bis um 3 arbeite und bin heimgefahren. Dort angekommen habe ich erstmal mein Bento gegessen da ich ja außer Kaffee nichts zum Mittag hatte. Ich hatte dabei: etwas geschnittenen Kohl, ein bisschen Shogayaki, Umeboshi, ein bisschen gesalzene Wakame und Brokkoli (dazu Reis).
Abends gab es dann etwas ganz tolles zum Essen bei uns: Filet Katsu! Das ist Lende paniert und fritiert. Wir haben ein Päckchen schon geschnittene Lendenstücke (8 Stück) relativ billig erstehen können und dann das gemacht. Dazu gab es Misosuppe, Reis und Yasaiitame (gebratenes Gemüse). Ihr seht also, ich falle hier sicher nicht vom Fleisch.


Nachdem ich den ganzen Tag rumgelaufen bin habe ich mir so ein Festessen wirklich verdiehnt gehabt, oder?

Freitags (23. Oktober) gab es zum Frühstück Reis, Misosuppe und Tofu. Danach bin ich auf Arbeit und habe getan was eben so getan werden musste. Mittags bin ich diesmal nicht mit Natalie wie immer Freitags essen gegangen weil sie zur Einwanderungsbehörde wollte. Ich habe also mein mitgebrachtes Bento gegessen in dem diesmal drin war: Reis, Brokkoli, Sojasprossen, 2 Umeboshi und etwas Grapefruit. Ich habe mir danach noch mit Ayaka (unsere Teilzeitkraft. Sie ist wirklich nett) einen Kaffee im Conbini gekauft da ich noch Gutscheine habe mit denen ich 30 yen sparen kann. Und um mir ja am Nachmittag genügend Zucker zuzuführen habe ich meine letzte Tüte Katjes Fruchtgummi mitgenommen gehabt und sie auf einmal fast aufgegessen. Am Freitag habe ich übrigens auch mein erstes Erdbeben hier miterlebt. Es war zwar nur ein ganz kleines und schnell wieder vorbei aber es hat mich trotzdem irritiert das plötzlich alles kurz ein bisschen schaukelte. Ich habe dann erstmal ein bisschen geputzt als ich zu Hause war und auf Daiki gewartet da der mit Freunden beim Karaoke war.
Abends gab es dann Gyoza die Daiki mitgebracht hatte und dazu Reis und Misosuppe.

Gestern (24. Oktober) haben wir nicht viel gemacht. Frühstück war bei mir Reis mit Umeboshi-Furikake und Misosuppe und für Daiki Reis mit rohem Ei und Misosuppe. Ich habe für Daiki einen kleinen Deutsch-Test zusammengestellt und sonst eigentlich wirklich nicht viel gemacht. Wir sind Nachmittags dann einkaufen gegangen und haben neuen Reis gekauft da der den wir vorher gekauft haben (5 kilo) schon wieder alle war. Diesmal haben wir 10 kilo gekauft, mal sehen wie lange das hält (ich bin nicht diejenige die so viel davon isst aber meine Heuschrecke hier isst viel und nimmt so gar nicht zu!) Ich habe mir dazu ein Dorayaki (2 so kleine Pfannkuchenähnliche Dinger mit einer Füllung aus süßem Bohnenmuß) gekauft da es im Angebot war.

Dorayaki - außen gut innen besser

Abends gab es dann etwas sehr leckeres zu essen: Fritierte und dann in einer sauce gekochte Tarokartoffeln mit Hähnchen auf Mizuna. Dazu Reis und Misosuppe.

Die Satoimo (Taro-Kartoffeln) haben sich zwar schlecht schälen lassen aber geschmeckt haben sie umso besser!

Nach dem Abendessen hat sich dann mein Unterleib leider dazu entschlossen sich von mir zu trennen und wir sind deshalb früh ins Bett.

Heute (25. Oktober) konnten wir aus diesem Grund auch nichts machen da ich mir vorkomme als ob mir jemand den Saft abgezapft hätte. Naja, Pech... Ich hoff nur morgen gehts mir wieder besser. Zum Frühstück gab es deshalb auch Schonkost in Form von Okayu (stellt euch Milchreis mit Wasser statt mit Milch vor und dann ohne alles.) und Lachs. Für mich gab es dann noch eine Umeboshi.

So sieht Okayu aus.

Abends wollten eigentlich 2 Bekannte von Daiki vorbeikommen (beides weiblich) da sie gefragt hatten ob ich mit ihnen nicht mal kochen könnte. Leider mussten wir es nun wegen mir verschieben was mir wirklich leid tut. Ich hoffe aber man ist mir nicht böse da ich mir heute wirklich wie eine wandelnde Leiche vorkomme. Wir sind dann vorhin nur kurz einkaufen gegangen und haben dann Abendessen gemacht. Heute gab es Kinokogohan (Reis mit Pilzen drin - wir hatten noch ein bisschen Schweinefleisch mit drin) und Misosuppe und ich muss sagen, das Zeug schmeckt wirklich sehr gut!

Dieser Reis war so lecker! Wir werden demnächst noch den mit Hähnchen, Möhre und Lotuswurzel ausprobieren der noch in meinem Kochheft mit drin ist. Der hier ging einfach ud hat gut geschmeckt, was will man also mehr?

Wir haben auch Kakao gekauft heute und ich werde mir jetzt einen Apfel aufschneiden und Kakao machen (es ist heute kalt, naja, gestern wars auch schon kalt und ich habe das dringende Bedürfnis Kakao zu trinken um mich aufzuwärmen).
Mein Bento für morgen habe ich auch schon so gut wie fertig da ich einfach den Rest vom Kinokogohan und etwas Apfel mitnehmen werde.

Bis nächstes Mal dann!

1 Kommentar:

Erik hat gesagt…

Bei dem, was ihr euch jeden Tag an Essen zurechtzaubert, kann einem ja das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Nebenbei habe ich auch schon einmal die Ginza von ihrer teuren Seite erlebt. 3000 Yen für eine Stunde Karaoke ohne Nahrung. Das ist wahrlich ein Luxusviertel.

LG