Samstag, 28. November 2009

Kampf der Post

Diese Woche bin ich den Kampf mit der japanischen Post angetreten und habe Pakete verschickt. Mal sehen wann und wie das Zeug ankommt.
Diesmal gibt es am Ende des Eintrags mal ein paar Dinge aufgelistet, die man meiner Meinung nach in Japan mal probieren sollte zu essen. Ich bin ja noch nicht soo lange hier und habe auch noch nicht sooo viel probieren können aber naja, immerhin ein paar Sachen. Und ihr bekommt ein schikes Rezept das ihr mal ausprobieren könnt.

Am Sonntag letzte Woche habe ich übrigens dieses leckere Zeug in der Kaufhalle für den halben Preis erstanden - lustiger Weise haben es sonst nur Rentner gekauft. Die jungen Leute mögen japanische Süßigkeiten eben nicht mehr so wie die älteren. Schade eigentlich. Es handelt sich hierbei übrigens um Isobemochi mit süßer Sojasaucen-Sauce. Isobemochi sind Mochi (aus zerstampftem Klebreis hergestellte Reiskuchen - sehr zäh aber lecker.) die mit Nori umwickelt (das ist das schwarze da drauf) und gegrillt wurden. Es gibt sie mit der süßen Saucenfüllung oder auch ohne und auch mit wie hier mit der Sauce außenrum. Der Geschmack ist einzigartig würd ich sagen. Vielleicht nicht jedermanns sache aber sollte man probiert haben. Nach 3en wird das Zeug übrigens ordentlich süß und klebt einem fast den Mund zu. Lieber weniger davon also.

Am Montag (23. November) haben wir erstmal ausgeschlafen da hier ja Feiertag war. Nach dem Mittagessen gibt es dann Nachmittags nach Kashiwa, da Daiki für seinen Nebenjob eine schwarze Hose und sonst halt noch Klamotten gebraucht hat. Wir haben uns also ins Getümmel gestürzt und nach kurzer Suche auch den Uniqlo beim Bahnhof gefunden (ähnlich wie C&A nur mit mehr Gedrängel und weniger hübschen Sachen meiner Meinung nach. Aber es ist nicht so teuer.) Mein Gedanke in dem Moment als ich das Gewühle in dem Laden gesehen habe war: Hier kommst du nicht mehr lebend raus. naja, ich habe überlebt aber mit nem Schock fürs Leben... Daiki hat eine Hose bekommen und wie das in Japan so üblich ist, ist das kürzen kostenlos und dauert nicht lange. Wir sind dann wieder raus nachdem wir bezahlt haben (für mich gabs nix dafür haben wir für Daiki einiges bekommen) und sind zu Matsumoto Kiyoshi gegangen (der Rossmann Japans). Ich habe unbedingt eine Haarfarbe gebraucht und Daiki muss seine Haare ja auch nochmal schwarz nachfärben. Zudem habe ich mir einen Sojariegel mit Azuki-Geschmack gekauft. Rote Haarfarben sucht man hier übrigens vergeblich. Ich habe das röteste das ich finden konnte gekauft, was aber auch nur leicht rotbraun ist. Drückt mir für morgen die Daumen das ich nach dem Haarefärben noch ansehnlich bin.
Wir sind dann noch ein bisschen rumgebummelt und Daiki hat sich Schuhe angeschaut, weil er für seinen Anzug welche gebraucht hat. Gekauft haben wir da aber keine, da die die ihm gefallen haben nicht mehr in seiner Größe vorhanden waren. Schade. Da in der Einkauffsstraße beim Bahnhof in Kashiwa ein Taiyaki Stand ist, an dem wir das letzte Mal als wir dort waren vorbeigelaufen sind, habe ich mir ein Taiyaki für 130yen erstanden und verputzt.
Taiyaki sind aus Waffel- oder Pfannkuchenteig hergestellte Fischkuchen die normalerweise eine Füllung aus hellem oder dunklem Anko aufweisen. Es gibt sie jetzt aber auch normal mit Vanillepudding- oder Schokofüllung zu kaufen. Noch verrücktere Varianten sind mit herzhaften Füllungen - man muss aber nicht alles haben meiner Meinung nach. Wenn man so eins kauft am Stand/Laden dann sind die Dinger noch warm - entweder richtig heiß da gerade erst fertig oder lauwarm. Die süße des Bohnenmußes scheint von Laden zu Laden zu variieren. Meins war lauwarm (also essbare Temperatur) mit einem nicht zu süßem Bohnenmuß. Ein Traum also.
Danach haben wir Daikis Hose abgeholt und sind gen Heimat gestiefelt ähm.. gefahren. Nachdem wir kurz die Kaufhalle geplündert haben, hab ich mich dann auch den Vorbereitungen fürs Abendessen gewidmet. Diesmal gab es Tori Karaage Daikon Oroshi (mariniertes, fritiertes Hühnchen mit geriebenem Rettich). Hatten wir lange nicht mehr.

Reis, Misosuppe mit Spinat und Aburaage und das Hühnchen.

Am Dienstag (24. November) ging es für mich dann wieder auf Arbeit und für Daiki zur Uni. Diese Woche war aber nicht viel los auf Arbeit und ich habe brav alle neuen Nachrichten verfolgt und Zeitung gelesen. Nachmittags war ich dann nach der Arbeit kurz mir einen neuen Pullover kaufen. Diesmal so ein Thermo-Ding das warm halten soll. Also wärmer als der japanische Durchschnittspullover für den Winter ist er aber mehr auch nicht. Ich habe bei Matsumoto Kiyoshi einen Gutschein erhalten für 10% Rabatt auf Einkäufe bis um 5 Uhr an dem Tag den ich auch genutzt habe mich wieder mit Soy-Joy und den lustigen Wa-Sojariegeln einzudecken. Wer sich jetzt fragt was das ist: Es handelt sich dabei um so etwas ähnliches wie die Müsliriegel oder Fruchtschnitten die es bei uns gibt nur eben auf Sojabohnen-Basis. Sehr lecker und handlich. Gibt es in einer Vielzahl von Geschmäckern (Schoko-Orange, Erdbeer, grüner Tee, Azuki...). Und so sieht das Zeug aus:

Zuhause angekommen habe ich dann die versprochenen Fotos von unserer Las Vegas Beleuchtung für euch gemacht. Es gruselt mich immernoch täglich da das Zeug ja auch noch blinkt!





Die Griswoods wären übrigens neidisch beim Anblick dieses Einfamilienhauses. Da blinkt übrigens auch alles! Den ihre Stromrechnung will ich nicht sehen.

Abends hatten wir dann Hakusai to Butaniku Daikonoroshi no Yakiniku (gedünsteten Chinakohl und Möhre mit gebratenem Schweinefleisch, geriebenem Rettich und Ponzu). Wir haben die enthaltene Kresse im Rezept durch Mizuna ersätzt, da wir die lieber mögen.

Findet das Fleisch unter dem Berg an Gemüse!

Erkennt ihr den Herr?

Zum Nachtisch hatten wir uns Kürbis-Pudding gekauft. Schmeckt mir persönlich sogar besser als der einfache Vanillepudding hier.

Am Mittwoch (25. November) habe ich brav bis um 6 gearbeitet und mich durch Tonnen von kostenlosen Frauenzeitschriften gekämpft und dabei festgestellt, das japanische Kerle einem Leid tun können. Die dürfen nämlich immer alles zahlen - am schlimmsten wird es jetzt zu Weihnachten. Hier wird es übrigens richtig teuer, weil die Damen sich zu Weihnachten nur mit dem Teuersten zufrieden geben - da muss es eben schon mal die Tasche von Louis Vuitton oder die Geldbörse von Gucci sein. Fürs Abendessen werden übrigens auch nur solche Lokale empfohlen wo das Menü pro Person was über 100Euro umgerechnet kostet. Na wers braucht!

Die Woche war es übrigens mal ein bisschen wärmer hier als die letzte Zeit. Meist so um die 15-17Grad. Wenn die Sonne weg ist, ist es aber trotzdem kalt. Am Mittwoch Abend habe ich dann meine Pakete für meine Eltern+Schwester+Omas und für Caro fertig gemacht. Ich hoffe, ihr könnt meine Briefchen entziffern. Ich habe mir schon Mühe dabei gegeben!
Zum Abendessen sind wir diesmal mal Essen gegangen, da keiner Lust hatte zu kochen. Eigentlich wollten wir diesmal ja in das Spagetti-Lokal beim Bahnhof, aber die haben uns vor der Nase dichgemacht (und das halb 9! In Japan!!!). Also sind wir wieder Ramen essen gegangen. Ich habe Ramen mit Gemüse gehabt diesmal. Daiki hatte sich eine große Portion seiner scharfen Ramen bestellt (die in einer Feuerroten Sauce kamen) und aus Versehen hatten die Köche meine Portion auch groß gemacht. Mussten wir aber zum Glück nicht zahlen und ich hatte somit eine riesige Portion zu essen was ich aber alles fein aufgegessen habe (damit am nächsten Tag wieder schönes Wetter wurde)


Am Donnerstag (26.November) hatte ich mal kein Mittagessen mit, da wir am Vortag ja Abends essen waren und somit kein Reis da war. Und für mein Mittagessen welchen extra zu kochen find ich ist Energieverschwendung.
Also habe ich mir mein Mittagessen im Conbini meines Vertrauens (der FamilyMart um die Ecke bei uns beim Büro.) besorgt. Es gab u.A. diesen leckeren Salat:


Das Dressing dazu ist übrigens Shiso-Dressing. Das mag ich hier am liebsten. Das Sesamdressing ist auch lecker aber es passt meiner Meinung nach nicht richtig dazu so solchem Salat.

Uns wurde auf Arbeit übrigens an dem Tag gesagt, wir wären zu viel im Büro und sollten mehr draußen rumlaufen - nette Idee aber der Berg an Schreibtischarbeit der zu erledigen ist wird davon auch nicht weniger. Lang lebe die Utopie würde ich sagen (oder ich muss lernen mich zu teilen) Wir (also Ayaka und ich) sind dann also nach dem Essen (bzw. ich habe gegessen, Ayaka ist ja nie was) gegangen einen Streifzug durch die Konbinis zu machen in unserer Nähe. Gegen 3 bin ich dann nach Hause gefahren und habe dort auf Daiki gewartet. Der war an dem Tag Vormittags für mich bei der Post und hat meine Pakete dort abgeliefert (und mein Geld). Ich habe erstmal eine Runde weinen wollen als ich den Preis dann gehört habe (6900yen für verschiffen per Schiff is schon heftig) aber naja, kann man nix machen. Es kann übrigens bis zu 2 Monate dauern bis das zeug ankommt wurde uns gesagt. Na ich bin gespannt. Er ist an dem Tag seinen Arbeitsvertrag wegen Nebenjob unterschreiben gegangen - nächsten Mittwoch gehts los.
Übrigens, hier blühen derzeit die Kamelien:
Schön, nicht? Aber man sollche ihnen nicht zu nahe kommen, da allerhand Viehzeug dran ist. Aber aussehen tun die hier wirklich toll.
Zum Abendessen hatten wir an dem Tag Hähnchenklopse (ein bisschen anders von den Zutaten als sonst) mit Shiso-Blättern umwickelt, eingelegtes Gemüse (Rettich, Möhre, Gurke und Chinakohl), Misosuppe (Retich und Aburaage) und Reis.


Am Freitag (27.November) ging die Flaute auf Arbeit weiter. Somit sind wir dann nach dem Mittagessen zu dritt (Ayaka, Natalie und ich) zu dem großen Starbucks an der Kreuzung beim Bahnhof in Shibuya gepilgert und haben ein kurzes Gespräch abgehalten, wie wir die Neuigkeiten der Woche nächste Woche präsentieren werden. Ich habe mir meinen heiß geliebten Caramel Macciato dabei einverleibt (es geht nichts über Caramel Macchiato wenn es draußen kalt ist!) Da man von dem Starbucks aus gut das Menschengetümmel aus beobachten kann, habe ich ein paar Fotos gemacht:





Übrigens ist das das Menschengewühle in Shibuya gegen 1-2 Uhr Nachmittags. Multipliziert das mal 2 - 3 und ihr wisst, wie das Abends dann aussieht gegen 6 Uhr. Natalie und ich sind dann noch bis halb 5 in Shibuya rumgelaufen um uns einen Überblick zu verschaffen, ob es irgendwas neues, spannendes gibt. Resultat: die Süßwaren die man derzeit bei Ranking Ranqueen verkauft und die neuen Sorten an Windbeuteln bei Beard Papa (einem Laden direkt am Bahnhof der gefüllte Windbeutel verkauft) waren die Highlights unseres Tages. Traurig, traurig. Wir haben uns dann auch jeder einen von den Windbeuteln gekauft und sind zum Büro zurückgetrabt. Ich hatte einen mit gerösteter Süßkartoffelcremefüllung.

Bei Ranking Ranqueen habe ich mir diese Süßigkeiten aus braunem Zucker aus Okinawa erstanden:
Es gibt sie noch in grünem Tee und Schwarztee geschmack aber ich habe Sojabohnenmehl (Kinako ist eine Art Mehl aus gerösteten Sojabohnen das für Süßwaren verwendet wird) gekauft. Sehr lecker!
Abends waren wir dann noch im Buchladen der im gleichen Gebäude ist wie die Kaufhalle in die wir immer gehen. Ich habe mir nachdem ich lange damit geliebäugelt habe dieses Kochbuch gekauft (880yen) Es ist ein Kochbuch in dem 412 Rezepte mit Gemüse drin sind. Das praktische daran ist, das die Rezepte nach Gemüsesorte sortiert sind. Es ist vieles drin, was ich sicher mal ausprobieren werde.


Zum Abendessen gab es übrigens Sashimi. Diesmal Katsuo.


Heute (28. November) sind wir um 7Uhr aufgestanden, da Daiki heute im Anzug zur Uni musste für sein Bewerbungs-Seminar. Ich habe Frühstück gemacht (Krokke, Misosuppe und Reis) und nachdem wir gegessen hatten ist Daiki zur Uni und ich wieder ins Bett. Mittags gab es dann bei mir Nudeln mit Gemüse (diesmal Instand. Ich habe nur das Gemüse mit dazugepackt, da ich das besser finde als ohne.)


Nudeln mit Frühlingszwiebel, Kohl, Möhre und Umeboshi. Daneben steht mein Kaffee.

Ich habe dann ein bisschen geputzt und Wäsche gewaschen und bin dann nach ShinMatsudo (eine Bahnstation weiter) gefahren und habe dort einen kleinen Spaziergang gemacht und mir die Konbinis dort angeschaut.

Es gibt von Nagatanien jetzt angeblich Ingwer-Süßigkeiten (unter Anderem Gummiviecher mit Pflaumen-Ingwergeschmack) und Ingwer-Kakao. Das Zeug zu finden ist allerdings ein Ding der Unmöglichkeit finde ich so langsam. Auch heute hab ich davon weit und breit nichts gesehen. Schade.

Die Bahnhofsgegend in Shinmatsudo. Auch nicht einladender als unsere hier in Kitakogane.

Dafür habe ich mir meine Lieblings-Kaubonbons gekauft:

Kaubonbons mit leichtem Azuki-Geschmack. Mjam! (eigentlich müsste ich bei den Mengen an Süßkram die ich derzeit in mich stopfe zunehmen aber naja..)

Wieder zurück habe ich unserem Konbini am Bahnhof einen letzten verzweifelten Besuch abgestattet. Auch hier keine Spur von dem Ingwerzeug. Dafür habe ich diesen Joghurt dort bekommen können:

Den gibt es nur in Konbinis zu kaufen und auch nicht überall. Dieser Joghurt ist übrigens kein normaler Joghurt sondern enthält 10.3g Ballaststoffe - der Witz an der Sache: es steht drauf das das die Hälfte des Ballaststoffbedarfs pro Tag abdecken soll. Haben Japaner entweder in Biologie oder in Mathematik nicht aufgepasst???
Heute waren wir übrigens nicht einkaufen, da wir ein Rezept aus meinem neuen Kochbuch gemacht haben und dafür alles da war. Wir haben gestern übrigens einen Großeinkauf an Hackfleisch (Schwein und Rind zusammen und Hühnchen) gemacht, da das gestern zum halben Preis verkauft wurde und wir immer viel mit so was machen. Die Kühltruhe ist jetzt gut bestückt mit Hackfleisch.
Zum Abendessen gab es heute Rettich und Hackfleisch in einer Süß-Scharfen Sauce. Beim nächsten Mal werde ich den Rettich etwas länger kochen lassen aber ansonsten war es schön einfach und hat auch nicht viel Aufwand gemacht.


Nein, das sind keine Kartoffeln da drin sondern Rettichstücke.

So und nun ein leckeres Rezept:
Yasai Itame (gebratenes Gemüse)
Zutaten für 2 Personen:

Weißkohl (wenn vorhanden Spitzkohl) 200g
Sprossen 150g
Möhre ca. 6 cm unserer europäischen Möhren
grüner Paprika 1/4 Schote
Geriebener Knoblauch und geriebener Ingwer (nach Geschmack)
Schweinefleisch in dünne Streifen geschnitten 70g
Salz, Pfeffer
Sojasauce 1 EL
Sesamöl 1 EL (als ersatz Sonnenblumen- oder Rapsöl)
Dashigranulat 1/4 TL (gibts im Asialaden)

Zubereitung:
1. Gemüse waschen, Weißkohl in ca. 3-4 cm große Stücke schneiden. Möhre schälen und in dünne Streifen schneiden. Paprika in dünne Streifen schneiden.
2. In Pfanne Öl erhitzen und Knoblauch, Ingwer und Fleisch anbraten. Wenn das Fleisch durch ist Gemüse hinzugeben und alles solange braten bis die Möhren weich werden. Dann mit Salz, Pfeffer, Dashi und Sojasauce abschmecken. Fertig!

Und nun zu den Sachen die ich finde, die man hier mal gegessen haben sollte:
Mabo-Tofu (übrigens machen Japaner alles in Mabo-Art. In meinem Kochbuck ist ein Rezept für Mabo Tomate drin)
Shishamo (diese kleinen Fische mit Fischeiern drin)
Nashi-Birnen
Kabocha no Nimono (gekochter Kürbis in einer Sauce aus Sojasauce, Zucker und Sake)
Annindofu
Chikuwa (Fischrolle)
Andonuts
Dango mit süßer Sojasaucen-Sauce drüber
Mame Daifuku
Yokan (egal welcher - sie schmecken alle wunderbar)
Goya-Chanpuru
Furofuki Daikon (gekochter Rettich)
Wafu Hamburger (Klops mit geriebenem Rettich, Shiso-Blättern und Ponzu drüber)
Sashimi (am besten eine gemischte Platte, so hat man von allem was)
Taiyaki
Takikomigohan (Reis der mit Gemüse und Fisch oder Fleisch zusammen gekocht wurde)
Gerichte mit Satsumaimo (Süßkartoffel)
japanische Kaubonbons - Bontaname (Kaubonbon mit Zitrusgeschmack), Kaubonbons mit Azuki oder Kinako-Geschmack
Udon und Soba
Soyjoy oder Wa Soybar
Pudding mit Esskastanien-, Kürbis- oder Macchageschmack

Die Liste ist sicher gut fortzuführen. Vielleicht erstelle ich am Ende eine Liste der 100 Dinge die man hier mal gegessen haben sollte.

Morgen färben wir Haare und danach noch keine Ahnung.

Bis nächste Woche also!

Samstag, 21. November 2009

Die Erdanziehungskraft war stärker als ich

Diese Woche ist eigentlich nichts allzu spannendes passiert weshalb ich mir dachte, ich zeuge euch endlich mal das "Mysterium des Ostens" auch unter dem Decknamen "Waschmaschine" bekannt und so ein bisschen anderes Zeug.

Hier erstmal das versprochene Bild von dem Kartoffel-Yokan. Gehört meiner Meinung nach in die Kategorie "Dinge die man essen sollte wenn man nach Japan kommt". Es gibt ja auch normalen Yokan und welchen mit gedämpften Esskastanien drin aber der ist halt auch eine Sache für sich und sollte schon wegen der spannenden Textur mal gegessen werden. Nach einem kleinen Stück wie diesem ist man aber auch wirklich satt und will nichts Süßes mehr.


Am Sonntag(15. November) haben wir wirklich nichts gemacht. Es war zwar schönes Wetter und alles aber irgendwie motivierte das einen nicht wirklich. Zum Frühstück gab es bei uns Shishamo (kleine Fische die wie Weidenblätter aussehen und mit Fischeiern gefüllt sind) da Daiki meinte, ich müsste die mal probieren und recht hatte er: mit ein bisschen Sojasauce gegessen haben die kleinen Dinger wirklich gut geschmeckt und wenn es sie wieder im Angebot gibt werde ich mich dafür einsetzten, das wir die wieder essen!


Nicht unsere aber so sehen die aus. Einfach braten oder grillen und fertig. Man isst den Kopf und den Schwanz übrigens bei denen mit aber ich habe es ja überlebt wie ihr sehen könnt. Da die so klein sind ist das kein Problem.

Nachmittags sind wir dann zu Mr.Donuts gepilgert damit Daiki für seinen Deutsch-Test (der heute am 22. November stattfindet) lernen konnte, da der Herr sonst nie lernen würde da die Versuchung des PCs wohl zu groß ist oder so. Ich hatte noch Gutscheine für 20%Rabatt auf bis zu 10 Donuts und das haben wir genutzt indem jeder 2 + einen Kaffee (mit einmal Nachschenken) genommen hat. Ich hatte einen Spritzring mit einem unaussprechlichen Namen und einen Windbeutel mit Erdbeerfüllung und Daiki einen Pon De Ring und einen Windbeutel mit Schokofüllung. Sehr satt und glücklich sind wir nach ca. 2 Stunden dann wieder gen Wohnung gepilgert. Zum Abendessen gab es Mabo-Tofu (auf Wunsch eines einzelnen Herrn... Daiki könnte das Zeug wohl täglich essen glaube ich)

Wer mich kennt, der weiß wie sehr ich Spritzringe liebe. Ich gebe Mr. Donuts dafür ein Bienchen das sie sehr leckere Spritzringe herstellen nur an dem Namen sollten sie feilen da ich den nicht rausbringe...


Am Montag(16.November) bin ich brav auf Arbeit und habe bis um halb 4 gearbeitet. Danach bin ich nach Harajuku gestürmt und habe Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke eingekauft. Japaner sind ja derzeit auch schon im Weihnachtsfieber und man kann die ersten Beleuchtungen sehen, welche mich leider stark an Las Vegas erinnern und schon in diesem Ausmaß eine leichte Reizüberflutung bei mir auslöst.

Fotographiert vor den Omotesando Hills.
Dieses Jahr scheinen bestimmte Farbschemen besonders angesagt zu sein. Hier also weiß aber ich habe auch schon alles in Rot oder Blau gesehen. Ich fotographiere nächste Woche mal das Ausmaß der Beleuchtung bei unserem Bahnhof wenn ich Heim gehe. Mir wurde gesagt, das sei noch wenig...

Bei H&M dachte ich überigens ich muss gleich dran glauben so viele Leute waren da drin (und das an einem Wochentag!!) - da sieht man mal wie sehr Japaner H&M lieben. Der Nachteil an der Geschichte: H&M ist hier ungefähr doppelt so teuer wie bei uns in Deutschland. Lasst es mich direkt ausdrücken: die spinnen hier teilweise echt!
Abend sind Daiki und ich einkaufen gegangen und haben beim Fleisch zugeschlagen, da es billig war und ich habe dann alles fein portioniert und eingefrohren, so dass wir jetzt noch Hackfleisch haben. Zum Abendessen gab es Kyabetsu Chanpuru (Kohl Chanpuru - Chanpuru ist eine aus Okinawa stammende Zubereitungsart von Fleisch mit Gemüse, Tofu und Ei. Alles zusammen gebraten eben. Das berühmteste aller Chanpuru-Gerichte ist übrigens Goya Chanpuru was mit Goya, also Bittermelone, zubereitet wird.)

Kikkoman muss mal wieder herhalten. Ich hatte den Rest davon am Dienstag zum Mittagessen mit. Hat auch kalt sehr gut geschmeckt.

Am Dienstag (17.November) habe ich erstmal bewiesen, das ich nicht laufen kann und die Erdanziehungskraft stärker ist als ich indem ich die halbe Treppe in unserem Bahnhof früh auf dem Weg zur Arbeit runtergefallen bin. Einiges ist mir dabei mal wieder aufgefallen: auch wenn hier keiner über einen dann lacht aber die jungen Leute scheren sich einen Dreck darum ob irgendwem was passiert ist (ich glaub wenn eine ältere Frau hier die Treppe runterfallen würde wäre es denen auch egal). Aber mir wurde von einem älteren Eheüaar geholfen und ich wurde mit Pflastern und Taschentüchern ausgestattet und mindestens 30 Mal gefragt ob es mir gut geht und ob ich wirklich nicht zu einem Arzt will. ich habe mich genaus ca. 30 Mal bedankt und entschuldigt und gemeint das es mir gut geht. Bis auf ein paar Schürfwunden und blauen Flecken bin ich zum Glück nur mit einem Schrecken davon gekommen aber das hätte echt dumm ausgehen können. Mein linkes Knie macht mir heute noch ein paar Probleme aber das heilt auch alles wieder.
An dem Tag hat es übrigens auch noch nett geregnet, was meine Laune gleich mal noch steigerte. Dazu kam dann, dass ich in der Bahn bis Kasumigaseki (ca. 10 Minuten bevor ich umsteigen muss) stehen durfte. Ich kann behaupte, Laune für 10 Leute gehabt zu haben an dem Tag.
Ich bin auch pünktlich um 3 dann gegangen an dem Tag da ich dann doch gerne nach Hause wollte und die Welt Welt sein lassen wollte.
Daiki ist dann halb 7 heimgekommen an dem Tag (er hat ja immer bis um 6 Dienstags Uni) und hat sich dann auch Sorgen gemacht nachdem ich meinte ich habe die Treppenstufen mir mal von der Nähe aus angesehen. Freundlicherweise hat er dann auch gekocht an dem Tag und es gab Yasai Itame (gebratenes Gemüse mit einem bisschen Fleisch drin) da wir dafür alles da hatten und nicht extra einkaufen gehen brauchten.
Ich habe dann noch mein Bento fertig gemacht und ein bisschen rumgejammert.

Am Mittwoch (18. November) war auf Arbeit die Hölle los, da ein Kunde von uns einen doppelt so langen Trend-bericht verlangt wie wir die normalerweise erstellen. Dementsprechend war das Chaos groß, da wir uns bis Ende der Woche noch genug aus den Fingern saugen mussten. Mein Bento sah an dem Tag übrigens so aus:


Reis mit Umeboshi-Furikake und einer Umeboshi, ein Sojasaucen-Ei (hart gekocht und dann mit Dashi und Sojasauce außen kurz mariniert), Wakame, Brokkoli, leicht scharfter gebratener Kohl mit Lauch. Und dazu eine Mandarine.

Nachmittags ist Natalie gekommen und wir haben zusammen Spaß mit Zeitungen, Zeitschriften, Internetberichten und Power-Point gehabt.
Abends gab es dann Reis, Spinat mit Sojasauce, Misosuppe und gefüllten Piman (mit Hackfleisch gefüllte kleine, grüne japanische Paprika die gebraten wurden). Einer der gefüllten Piman ist auch in mein Bento vom Donnerstag gewandert.

Am Donnerstag (19. November) haben wir dann alle mehrere Dinge auf einmal auf Arbeit machen müssen. Ich habe teilweise 4 Sachen gleichzeitig recherchiert, da uns die Zeit davon lief da unsere Cheffin überraschender Weise am Freitag nach China reisen musste zu einem Treffen mit einem Kunden. Statt bis um 3 habe ich bis um 7 gearbeitet... Ayaka ist übrigens pünktlich um 2 gegangen. Manchmal glaube ich, sie hat nicht wirklich interesse daran in der Firma zu arbeiten aber naja, soll nicht mein Problem sein.
Abends gab es dann Klopse mit eingelegtem Gemüse, da es zu spät geworden war um einkaufen zu gehen.

Am Freitag (20. November) stand dann Daikis Geburtstag an. Ich habe mir für den Tag extra den halben Tag frei genommen (habe ich ohne Probleme bekommen da ich immer Überstunden mache).
Er hat von mir übrigens bekommen: einen schwarzen Schal zum Motorradfahren, Schokolade (Meltykiss - schmeckt sehr gut ist aber schweinisch teuer mit 238yen die Packung mit 60g... naja, zum Verschenken ganz gut geeignet find ich) und Boursin mit Knoblauch und Kräutern. Wir haben von Yuka ein Päckchen mit Süßigkeiten und einen Zettel bekommen, das Daiki mir davon auch was abgeben soll. Schokoladenvorräte also erstmal gerettet!
Nachdem Daiki heim gekommen ist hat er erstmal Hausaufgaben machen müssen (was schiebt er die auch immer so auf??) und dann sind wir einkaufen gegangen. Wir haben zur Feier des Tages zum Abendessen Filet Katsu mit Kohl, Reis, Misosuppe und Bier gehabt zum Abendessen (ökonomisch wie wir sind haben wir eine Dose uns geteilt.) Filet ist ja nicht gerade billig hier aber so ab und zu ist so was wirklich nicht schlecht. Und wir hatten ja was zum Feiern.


In Japan gibt es ja auch Geburtstagskuchen aber da ich den überteuerten Zuckerkuchen (entschuldigt den Ausdruck aber mit einem Stück Kuchen hier kann man sicher seinen Zuckerbedarf für die nächste Woche komplett decken) hier nicht mag und das Zeug nicht gerade billig ist (pro Stück mal eben 2-3 Euro ausgeben ist schon nicht schlecht, was? Und die Stücken sind bedeutend kleiner als unsere in Deutschland.) haben wir uns aufgemacht zu unserem Lieblingsdonut Laden und so langsam hoffe ich auf eine ernennung zum Kunden des Monats bei denen. Ich habe an dem Tag gezahlt und Daiki konnte sich raussuchen was er wollte. Wir hatten dann beide 2 Donuts. Daiki einen Pon de Ring und irgendwas das aussah wie ein Pfannkuchen mit Sahnefüllung. Ich hatte einen von den Spritzringen mit dem unaussprechlichem Namen und einen Donut (eigentlich heißt die Sorte da Funwari Ring) mit Buttermilch-geschmack außen rum. Sehr fluffig und nicht zu süß fand ich den. Genau richtig eben.


Sieht doch aus wie ein Pfannkuchen, oder?

Gestern am Samstag (21. November) hatte Daiki wieder Seminar, weshalb wir halb 8 aufgestanden sind. Ich habe Frühstück gemacht während Daiki geduscht hat und wir haben dann gegessen (es gab diesmal Lachs). Danach habe ich Daiki zur Uni geschickt und bin wieder in meinen Futon gekrochen um noch ein bisschen Schlaf nachzuholen. Gegen Mittag bin ich dann auch von den Toten auferstanden und habe geduscht und mir Mittag gemacht. Diesmal das wohl schlimmste was es an Gerichten für Japaner wohl gibt: Milchreis! Ich habe schon so lange keinen mehr gegessen und nachdem ich mir die Woche Zimt-Zucker (naja, sagen wir eher Zimt mit suche den Zucker) gekauft hatte habe ich es gewagt! Dazu gab es eine schöne große Mandarine.
Den Rest des Tages habe ich mit Putzen, aufräumen und Wäsche waschen verbracht und dann mit Caro gechattet.
Als Daiki heimkam hat er mir erstmal eröffnet das er schon mit seinen Kumpels gegessen hat, was mich eigentlich nicht stören würde, wenn er mir solche Dinge vorher sagen würde. Wir sind dann trotzdem einkaufen gegangen, da ich ja nichts gegessen hatte zum Abendessen bis dahin. An dem Tag gab es ein Angebot beim Gemüse das besagte, dass wenn man 4 von den gekennzeichneten Produkten kaufen würde, man alle für insgesamt 320yen bekommen würde. Das nenn ich doch mal Schnäppchen! Wir haben deshalb einen Pack mit 3 Möhren, Enoki (Pilze), 3 Standen Lauch und einen riesigen Rettich gekauft. Dazu noch einen Brokkoli für 38yen (hier wird teilweise Gemüse das angeblich nicht so schön aussehen würde wirklich billig verkauft da Japaner nur das schönste kaufen) und eine Gurke. Wir haben von Mariko noch 4 Satsumaimo (Süßkartoffeln) und einen riesigen Chinakohl bekommen und sind jetzt gut mit Gemüse ausgestattet zu meiner Freude. Wenn wir was brauchen an Gemüse dann sicher nur Sprossen oder so etwas. Der Rest ist ja jetzt da. Es gab bei mir dann letztendlich zum Abendessen Soba mit Auberginen-Tempura und etwas blanchiertem Brokkoli.

Später hatte ich noch Annin-Doufu was ein chinesisches Desert ist. Es handelt sich dabei um Mandelpudding der in Form von Tofu geschnitten wird normalerweise. Ich hatte die billigere Version auf der Kaufhalle im Becher (geschmeckt hats allemal!)

Heute (22. November) haben wir etwas länger geschlafen. Zum Frühstück gab es übrigens Baguette mit Boursin und Erdbeermarmelade. Baguette kan man hier wenigstens essen.
Daiki ist zu seinem Deutsch-Test aufgebrochen und ich habe brav Blog geschrieben. Heute Abend gibt es übrigens Tofu-Steak mit gebratenen Pilzen und Gemüse.

Und nun zum Mysterium des Orients:
In Japan waschen die Waschmaschinen übrigens mit kaltem Wasser. Kleckern ist hier also nicht so angebracht, weil man die Wäsche dann wirklich 2-3 Mal waschen muss um sie sauber zu bekommen.

Hier stellt man nicht die Temperatur ein, sondern die Zeit je nach Menge und Grad der Verschmutzung der Wäsche. Prickelnd, oder?


Das Innenleben.


Dieser Faltdeckel ist immernoch das Beste find ich.


Und so sieht das gute Stück im Ruhezustand aus.

Und hier noch ein paar andere Dinge:
Wie ihr alle wisst, ist es in Japan ja derzeit auch nicht gerade warm. Wir haben hier aber eine bösartigere Kälte für uns Mitteleuropäer da die Luftfeuchtigkeit viel höher ist. Ich friere deshalb eigentlich immer weil es einem deshalb einfach mal kälter vorkommt.
Duschen macht genau aus diesem Grund nicht viel Spaß: Unser Badfenster. Es ist also immer kalt im Bad.
Unser Bad an sich. Klein aber fein (nur eben kalt derzeit)
Und abschließend mein bester Freund: der Reiskocher. Ich glaube ich lege mir doch einen zu sobald ich wieder in Deutschland bin. Einfacher geht es nicht und man kann nebenbei noch was machen wärend der Reis vor sich hinkocht.

So, das wars dann für diesmal. Ich werde jetzt noch ein bisschen aufräumen und bügeln.

Bis dann!